Gōjū-Ryū

Gōjū-Ryū (jap. 剛柔流, dt. „harter und weicher Stil“) ist ein Karate-Stil mit lang  zurückreichender Tradition, der besonders viele Elemente des ursprünglichen chinesischen Boxens des 17. bis 19. Jahrhunderts enthält.

 

Der Name Gōjū-Ryū wurde von Chōjun Miyagi (1888–1953) gewählt. Miyagi bezog sich bei der Auswahl des Stilnamens auf das lange Zeit geheim gehaltene Bubishi, in dem eine der „Acht Regeln des Faustkampfes“ (拳法之大要八句 kenpō no taiyō hakku) da lautet: „Alles im Universum atmet hart und weich“ (法剛柔呑吐 hō gōjū donto).

 

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Geboren 25. April 1888 in Higashimachi, Naha. Namensgeber des Gōjū-Ryū. Unter anderem durch Miyagis Wirken wurde das Gōjū-Ryū der erste Karate-Stil, der offiziell vom Dainippon Butokukai 大日本武徳会 1933 anerkannt und registriert wurde. Gleichzeitig war Miyagi der erste Karateka, der vom Dainippon Butokukai einen japanischen Budō-Titel im Karate-jutsu verliehen bekam, den eines Kyōshi. Nach seinem Tod gründeten seine wichtigsten Schüler eigene Gōjū-Ryū-Dōjō und Verbände. Die legitime Eigenständigkeit jedes dieser Dōjō und Verbände zeigt sich darin, dass man heute zur genaueren Spezifizierung den Dōjōnamen zusätzlich zum Stil nennt, zum Beispiel Shōdōkan, Jundōkan, Meibukan etc., bzw. den entsprechenden Verband zugrunde legt.

 

 

Kisaki Tomoharu (1920–1996)

 

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9. Dan Hanshi aus Ōsaka, Japan. Trat 1939 zusammen mit Uchiage Kenzo und Katano Kenkichi dem Karate-Club der Ritsumeikan-Universität bei, wo er Gōjū-Ryū unter und mit Chōjun Miyagi, Yamaguchi Gōgen und anderen studierte. Die Ritsumeikan-Universität war nicht nur Hochburg des japanischen Gōjū-Ryū, sondern stellte auch eine harte Fraktion in Kumite-Angelegenheiten, die als „Last-man-standing“-Modus beschrieben wurde (ein Zeuge dieser Kämpfe war Ōyama Masutatsu). 1954 gründete er das Yuishinkan-Dōjō in Ōsaka, welches 2004 sein 50-jähriges Bestehen feierte. Neben Kenzo Uchiage, Kinkichi Katano, Yamaguchi Gōgen, Shozo Ujita und Mitsuyasu Okamura war Kisaki Tomoharu einer der sechs wichtigsten Vertreter des frühen Gōjū-Ryū in Japan.

 

Spezifizierung: Yuishinkan, gegründet 1954. Sensei Kisaki ist Abkömmling einer Familie mit Samurai-Wurzeln und -Traditionen. Sein Vater war lange Jahre Bürgermeister im Stadtteil Morigushi in Ōsaka. Noch heute steht vor dem Keihan-Gebäude eine große Steinbüste des Vaters, der ein hoch angesehenes Mitglied der traditionsbewussten Nomenklatura war. Auch Tomoharu sah sich diesen Traditionen verpflichtet und absolvierte eine Militärkarriere, die ihn selbst auch nach China führte, wo er sich einige Jahre den Wurzeln des Karate zuwenden konnte. Darüber hinaus war er dem Jūdō eng verbunden. All diese Erfahrungen brachte er in das Yuishinkan ein. In Japan machte er sich insbesondere einen Namen als Instructor an der Universität und in der Polizei und genoss großes Ansehen als Vertreter des Gōjū-Ryū Karate. Sowohl in Europa, in Deutschland als größte Bastion (Zentrum ist Kamen, NRW) (Seiko Shihan Fritz Nöpel) und Belgien, als auch in Australien etablierte er Ableger des Yuishinkan.

 

Fritz Nöpel

 

Fritz Nöpel (* 3. November 1935 in Breslau) ist ein deutscher Karateka und der Wegbereiter des Gōjū-Ryū-Karate in Deutschland. Er ist Träger des 10. Dan und des Ehrentitels Hanshi und damit höchstgraduierter Dan-Träger im Deutschen Karate Verband.

 

1954 unternahm Fritz Nöpel nach seiner Berufsausbildung zum Bergmann eine Fahrradreise durch Asien mit dem Ziel, die Olympischen Sommerspiele 1956 in Melbourne, Australien, zu besuchen. Auf Java kam er das erste Mal mit Karate in Kontakt. Den ersten intensiven Karateunterricht nahm er in Taiwan. Nach einem ersten Aufenthalt in Japan im Winter 1957/58, absolvierte er in den USA eine Ausbildung zum Tiefseetaucher und arbeitete anschließend in Japan als Berufstaucher. Dort begann er im Yuishinkan, dem Dōjō von Kisaki Tomoharu in Ōsaka, als einer von wenigen Schülern Gōjū-Ryū-Karate zu erlernen. 1961 heiratete er in Ōsaka Eiko Nakabajasi.[1] 1967 kehrte er mit Ehefrau Eiko und Tochter Jaqueline[2] nach Deutschland zurück, wo er bis zu seiner Pensionierung 1996 bei der Deutschen Bundesbahn als Gleisbauer/Vermesser beschäftigt war. Seit 1982 wohnt er in Kamen. Mit seiner Frau Eiko hat er fünf Kinder.

 

1967 gründete Fritz Nöpel – damals Inhaber des 4. Dan – im Polizeisportverein Dortmund eine Gōjū-Ryū-Karate-Abteilung und damit das erste Gōjū-Ryū-Karate-Dōjō Deutschlands. Kurz nach seinem Umzug nach Kamen 1978 gründete er den Karate-Do-Club Kamen, der heute Honbu Dōjō des Yuishinkan in Europa ist.[3] 1999 wurde Fritz Nöpel zusammen mit dem 8. Dan der Ehrentitel Hanshi verliehen. Der Deutsche Karate Verband (DKV) verlieh ihm 2007 den 9. Dan.[6][7] Während des Yuishinkan-Sommerlehrgangs im Mai 2016 wurde ihm zum Anlass seines 60jährigen Karate-Jubiläums der 10. Dan zusammen mit der Ehrennadel in Platin verliehen.[8] Fritz Nöpel ist Ehrenvorsitzender des Goju-Ryu Karate-Bund Deutschland[9] und der European Goju-Ryu Karate-Do Federation[10]. Er war maßgeblich an der Entwicklung des DKV beteiligt.

Quellenangabe: https://de.wikipedia.org/wiki/G%C5%8Dj%C5%AB-Ry%C5%AB

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